Der digitale Wandel von Wirtschaft und Gesellschaft wird derzeit breit diskutiert. Eines der Handlungsfelder, die im Rahmen politischer Debatten und Agenden zur Digitalisierung bundesweit identifiziert werden, ist die sog. digitale Bildung. Sie soll einerseits sicherstellen, dass die Menschen jene digitalen Kompetenzen erwerben, die für den Umgang mit den neuen Technologien und damit für die soziale Teilhabe in einer digitalen Welt erforderlich sind.  Andererseits sollen digitale Medien und Lernumgebungen verstärkt zur Unterstützung von Lehr‐ und Lernprozessen eingesetzt werden. Sofern die Verwendung digitaler Medien nicht nur pauschal mit moderner oder zeitgemäßer Vermittlung bzw. (Fach‐)Didaktik assoziiert wird, werden damit vor allem drei Erwartungen verbunden: 1) dass digitale Medien eine zeit‐ und ortsunabhängige Auseinandersetzung mit Studieninhalten und somit ein flexibleres und selbstgesteuertes Lernen ermöglichen, 2) dass sie die Lernmotivation steigern, z.B. durch multimediale, interaktive und/oder kompetitive Formate, und 3) dass sie zu größerer Effizienz des Lernens beitragen, z.B. durch adaptive Lehr‐Lern‐Systeme und individualisierte Lernverläufe. Daher wird dem Einsatz digitaler Medien auch ein Potenzial im Kontext der Entwicklung von Studienformaten zugewiesen, die der besonderen Situation nicht traditioneller Zielgruppen von Hochschulen
– beispielsweise in der wissenschaftlichen Weiterbildung – gerecht werden können und sollen.

Veröffentlicht: 2019-02-11

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